Herwartstrasse 2, direkt am Brenzursprung, gegenüber dem Rathaus

Dauerausstellung:

"Ich habe den Krieg verhindern wollen -
Georg Elser und das Attentat vom 8. November 1939"

Georg Elser versuchte mit seinem Attentat auf Adolf Hitler in das Rad der Geschichte einzugreifen. Die Elser Gedenkstätte beinhaltet die größte Dokumentation über den Königsbronner Widerstandskämpfer.
Neben wertvollen zeitgeschichtlichen Dokumenten sind auch die Verhörprotokolle vom Dezember 1939 einzusehen und gewähren einen umfassenden Einblick in die Hintergründe des Attentats.

Öffnungszeiten:

Sonn- und Feiertage: 11 bis 17 Uhr.

Eintritt:
1,50 € für Erwachsene
Kinder bis 13 Jahre frei
Schüler von 14 - 17 Jahre 0,50 €

Führungen: 15 €

Außerhalb dieser Öffnungszeiten können jederzeit Führungen für Gruppen vereinbart werden:

eMail: Elser-Gedenkstaette@Koenigsbronn.de

  Forschungsstelle Georg Elser
Die Georg Elser Gedenkstätte betreut in In- und Ausland Studenten/innen und Schüler/innen, die wissenschaftliche Arbeiten über Elser schreiben.

Nähere Auskünfte erteilt:
Joachim Ziller
Tel.: 07328/962511

eMail: Elser-Gedenkstaette@Koenigsbronn.de

  Georg Elser Tage

Auf Initiative von Bürgermeister Michael Stütz will die Gemeinde mit Vorträgen gezielt auf Themen wie Widerstand, Zivilcourage und Menschenrechte hinweisen.

Auf Einladung der Georg Elser Gedenkstätte referierten bislang:

1998: Ulrich Renz "Bekenntnisse eines Journalisten"
1999: Dr. Lothar Gruchmann "Die Ausschaltung der Strafjustiz im 3.Reich"
2000: Lehrerfortbildung
2001: Justizministerin Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin "Widerstand"
2003: Aktion "Sonderbriefmarke für Georg Elser"
2004: "Frauen im Widerstand" Hans Adamo, Hermann Vinke, Dr. Mechthild Gilzmer

  Veröffentlichungen:

In einer eigenen Schriftenreihe gibt die Gedenkstätte Broschüren heraus.
Dank der Unterstützung des Journalisten Ulrich Renz und Dank der Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung Stuttgart sind bislang erschienen:

Band 1 "Die Akte Elser"
Ulrich Renz veröffentlicht darin den Untersuchungsbericht der Berner Bundesanwaltschaft in Sachen "Elser". Eine letzte Bestätigung, dass Elser ein Einzeltäter war. Eindeutig wird widerlegt, dass Urheber des Attentats in der Schweiz zu suchen waren.

Band 2 "Gebt ihm seine Tat zurück" - Erwin Roth findet die Wahrheit zu Georg Elser

1956 verbreitet ein ehemaliger Aufseher Elsers im KZ Sachsenhausen über den Königsbronner Widerstandskämpfer das Gerücht, er soll ein
SS-Mann gewesen sein. Der damalige Journalist der HZ und spätere hochrangige Mitarbeiter des Auswärtigen Dienstes Erwin Roth nahm dies zum Anlass, in der Heimat Elsers zu forschen. Seine Forschungsergebnisse wurden Jahrzehnte später durch die Wissenschaft belegt.

Band 3 " Der Fall Niemöller"

Die Schriftenreihe schildert Briefwechsel zwischen dem Pastor und der Mutter
des Attentäters.

Eine für das mangelnde Ansehen des Königsbronner Widerstandskämpfers und Hitler-Attentäter nach dem Krieg mitentscheidende Episode steht im Mittelpunkt der jüngsten Veröffentlichung der Georg Elser Gedenkstätte in Königsbronn. Im dritten Band ihrer Schriftenreihe schildert und bewertet die Gedenkstätte den Briefwechsel, der 1946 zwischen dem von den Nazis verfolgten Pastor Martin Niemöller und der Mutter von Georg Elser stattfand. Die Mutter widersprach dabei energisch der Behauptung des Geistlichen, Elser sei ein Werkzeug Adolf Hitlers gewesen.

Band 4 "Ein früher "Anwalt" Georg Elsers kommt zu Wort

Diese Veröffentlichung widmet sich dem Widerständler Gisevius

- Ein früher "Anwalt" des Widerstandskämpfers Georg Elser kommt in dieser Veröffentlichung der Königsbronner Gedenkstätte ausführlich zu Wort. Es handelt sich um Hans Bernd Gisevius, einen an der Verschwörung beteiligten Chronisten des 20. Juli 1944, der schon bald nach dem Zusammenbruch von 1945 vehement die Ansicht vertrat, Elser sei ein Alleintäter aus lauteren Motiven gewesen.


Band 5 "Georg Elsers Heimat"

Der neueste Band in der Schriftenreihe der Georg Elser Gedenkstätte trägt den Titel "Georg Elsers Heimat" und zeigt damit gleich den Inhalt an: Es geht vor allem um die Herkunft des Widerstandskämpfers aus Königsbronn und aus dem Schwäbischen. Der Autor Ulrich Renz zieht dabei auch Linien zum anderen großen Schwaben, der Adolf Hitler nach dem Leben trachtete, zum Grafen Stauffenberg.

Eröffnet wird dieser fünfte Band der Schriftenreihe von einem bisher einmaligen Plan von Königsbronn, den der Stuttgarter Architekt Thorsten Thiel anfertigte und auf dem alle Elser-Stätten der Gemeinde verzeichnet sind. Es folgen Beiträge, die Renz im Laufe der letzten Jahre über Elser veröffentlicht oder vorgetragen hat. Dazu zählen eine ausführliche Betrachtung der Beziehung Königsbronn - Elser sowie zwei Vorträge, die Renz bei der Präsentation der Elser-Briefmarke in Königsbronn hielt.


Die Broschüren sind bei der Gedenkstätte zum Preis von1,50 € erhältlich.

Nähere Auskünfte erteilt:
Joachim Ziller, im Rathaus
Tel.: 07328/962511,

eMail: Elser-Gedenkstaette@Koenigsbronn.de

Weitere Informationen:

www.georg-elser-arbeitskreis.de


Der Häftling Georg Elser

In den Abendstunden des 09. April 1945 wurde im KZ in Dachau der Königsbronner Widerstandskämpfer Georg Elser ermordet. Exakt 60 Jahre danach luden die Gemeinde Königsbronn und die Stadt Heidenheim zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung ein. Bürgermeister Michael Stütz begrüßte vor vollem Haus auch zahlreiche Ehrengäste. Stütz wertete das große Interesse der vielen Besucher als ein Zeichen dafür, dass mittlerweile nicht nur in Königsbronn sondern auch in der Geschichtsschreibung Elser den Platz einnehme, der ihm auch gebühre.

Als Referentin sprach die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau Prof. Dr. h. c. Barbara Distel über den Häftling Elser. Dabei zeichnete die versierte Historikerin den Weg Elsers von seiner Festnahme in Konstanz über die Verhöre in München und Berlin, der ab 1940 als Sonderhäftling im Zellenbau des KZ Sachsenhausen und ab 1945 in Dachau in Isolationshaft nach. Zahlreiche Quellen zitierte Dr. Distel und konnte in ihrem Vortrag ein Bild der fürchterlichen Verhöre anhand von Zeugenaussagen geben.
20 Tage bevor das KZ in Dachau befreit wurde, ereilte Georg Elser sein Schicksal. Am Abend des 09. April wurde er liquidiert. "50 Jahre mussten vergehen, bis sein Schicksal wieder auf öffentliches Interesse stieß" schloss Barbara Distel ihren Vortrag.

Heidenheims Oberbürgermeister Bernhard Ilg nutzte den feierlichen Rahmen um Manfred Maier vom Georg Elser Arbeitskreis Heidenheim mit der Bürgermedaille der Stadt Heidenheim auszuzeichnen.




Georg Elser Gedenkstätte erhält großzügige Unterstützung

Ein besonderes Anliegen der Syrgensteinerin Marianne Lutz, Betriebsratsvorsitzende der Margarete Steiff AG und langjähriges IG Metall Vorstandsmitglied ist es, die Geschichte und Lehren des Dritten Reiches der jüngeren Generation zur Mahnung und zur Aufarbeitung weiter zu vermitteln. Aus diesem Grund verzichtete sie auf einen Empfang, den die IG Metall anlässlich ihres 60. Geburtstages geben wollte und spendete den Betrag der Georg Elser Gedenkstätte.

Marianne Lutz ist seit 30 Jahren im Betriebsrat tätig und seit 23 Jahren Vorsitzende des Betriebsrates der Margarete Steiff AG. Ehrenamtlich ist sie in verschiedenen Spitzengremien der IG Metall, u. a. dem Hauptvorstand tätig. Aus diesem Grund hätte sie Anspruch auf eine besondere Ehrung, die Marianne Lutz aber bewusst ausschlug. Zusammen mit den IG Metall Bevollmächtigten Andreas Strobel und Rudi Neidlein beschloss sie, 3.000 € der Georg Elser Gedenkstätte zu spenden.

Sie selbst ist in den letzten Tagen des Krieges geboren und aufgewachsen in einer Zeit, in der man über das Dritte Reich nicht mehr reden wollte. "Schwätz nicht, frag nicht, ich will von der ganzen Politik nichts mehr hören", waren die Standardantworten, die Marianne Lutz in den Nachkriegsjahren auf ihre Fragen erhielt. Sie selbst entstammt dem Arbeitermilieu und war deshalb von der Person des ebenfalls aus diesem Milieu stammenden Georg Elser fasziniert. An seinem Beispiel, so Marianne Lutz, erkennt man, dass man auch in schwierigen Zeiten Zivilcourage zeigen muss. Wenn der Einzelne es will, kann er auch etwas bewegen.

Ein besonderes Anliegen ist für die Gewerkschafterin Marianne Lutz die Aufarbeitung der Geschichte des Dritten Reiches. Der Jugend soll dies als Mahnung dienen, auf keinen Fall aber darf Hass geschürt werden. Man muss immer auch das jeweilige Umfeld betrachten. Mit ihrer Spende sollen auch Jugendprojekte gefördert werden. Jugendliche sollen zum Multiplikator werden und verhindern, dass politische Randgruppen in Deutschland wieder Auftrieb erhalten. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung auf die Königsbronner Gedenkstätte.

Andreas Strobel hebt die Bedeutung der Geschichtsaufbereitung vor Ort hervor. "Es soll unserer Jugend ermöglicht werden, sich mit der Geschichte auseinander zu setzen". Er hält die junge Generation keineswegs für pessimistisch, sie muss nur richtig motiviert werden. Für dieses Ziel, so Rudi Neidlein, ist diese Spende einzusetzen.

"Aufgaben und Ziele hat die Gedenkstätte noch genug", bedankte sich Bürgermeister Michael Stütz bei den drei Funktionären der IG Metall für deren großzügige Unterstützung. Er könne sich für Jugendliche ein Projekt über die Folgen des Verhaltens von Hitlerjungen in Brettheim gut vorstellen. Neben einem Seminar über den unbekannten Widerstand ist auch wieder ein neuer Band der Gedenkstätte in Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Journalisten Ulrich Renz geplant. Aus diesem Grund ist die finanzielle Unterstützung für die Gemeinde sehr bedeutsam.

Soldatenmütter Russlands erhalten Georg Elser Preis 2005


Für ihren Einsatz gegen Militarismus und gegen Gewalt erhielten die Soldatenmütter Russlands in der vergangenen Woche in Bremen den Georg-Elser-Preis 2005.

Die Auszeichnung fand im historischen Ratssaal der Freien Hansestadt Bremen statt. Mit der Auszeichnung würdigte das Komitee die Arbeit der Soldatenmütter Russlands. Sie treten Misshandlungen in der russischen Armee entgegen, unterstützen Wehrdienstverweigerer und Deserteure und tauschen mit Tschetschenischen Frauen Gefangenenlisten aus. Schockiert folgten die Anwesenden den Berichten brutalster Verhaltensweisen, denen junge russische Wehrpflichtige scheinbar wehrlos ausgesetzt sind. Die Soldatenmütter sind inzwischen eine Institution, die Tausende junger Menschen in Russland während ihrer Wehrzeit begleitet, ihnen mit Rat und vor allem mit Rechtsbeistand zur Seite stehen. Sie decken Todesfälle auf - die russische Armee hat eine enorme Zahl an Selbstmorden- und gehen gegen seelische und körperliche Misshandlungen vor.

Der Senator für Bildung und Wissenschaft Willi Lemke sprach als Hausherr in seiner Begrüßungsrede davon, dass es Bremen gut anstehe, sich an Elser und seine Tat zu erinnern. "Wie Elser müssen auch wir Rückrat zeigen und zu den Werten stehen, auf die wir uns besinnen". Sonia Mikich, Redakteurin des WDR würdigte in ihrer Laudatio die Verdienste der Soldatenmütter. Der Schirmherr der Veranstaltung Bürgermeister a.D. Hans Koschnik hob die Wichtigkeit hervor, Menschenrechte in Mittelpunkt des Handels zu stellen. Valentina Melnikova und Nina Ponomareva erhielten von Hans Koschnik stellvertretend für die Soldatenmütter Russlands den Georg-Elser-Preis 2005 verliehen.

Erfahrungsaustausch der Elser-Initiativen

Im Rahmen der Preisverleihung 2005 kam es auch zu einem Treffen der Elser-Initiativen in Deutschland. In Vertretung des terminlich verhinderten Bürgermeisters Michael Stütz nahm sein Stellvertreter Walter Macher an dieser Arbeitstagung teil. Dabei berichteten die Initiativen aus Heidenheim, Bremen, Konstanz, München und Berlin von ihren jeweiligen Aktivitäten. Im April dieses Jahres wurde in Berlin unter anderem vom ersten Preisträger des Elser-Preises, dem Berliner Pfarrer Jürgen Quandt eine Elser-Initiative gegründet, die in 2 Jahren den Preis verleihen wird. Walter Macher berichtete von den Aktivitäten der Königsbronner Gedenkstätte. So ist u.a. am 18. Februar 2006 in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politischen Bildung ein Tagesseminar über den regionalen Widerstand in Stuttgart, Brettheim, Konstanz und Mössingen geplant. Das Ergebnis der neuesten Forschungen wurde im Band 6, "Elsers Abschied" dokumentiert. Ein druckfrisches Exemplar wurde den Teilnehmern verteilt. Dem Schirmherr dieser Veranstaltung, Bürgermeister a.D. Hans Koschnik überreichte er eine von Franz Holdenried gegossene gusseiserne Elser-Plakette. Alle Initiativen stimmten dem Bremer Antrag zu, die Königsbronner Gedenkstätte in den Mittelpunkt des Netzwerkes der Elser-Initiativen zu stellen. Die beachtenswerte Schriftenreihe der Gedenkstätte soll um Beiträge aus den einzelnen Städten erweitert werden. Viel Lob erhielt auch die Homepage des Georg-Elser -Arbeitskreises Heidenheim und vor allem Web-Master Peter Koblank. Sie ist im Internet unter www.georg-elser-arbeitskreis.de zu finden.


Georg- Elser- Schüler besuchen die Gedenkstätte "Die Männer von Brettheim'

Während es seit langer Zeit selbstverständlich ist, dass Schulklassen unserer Schule die Gedenkstätten in Dachau, Ulm oder Sachsenhausen bei Berlin besuchen und im Geschichtsunterricht über die Konzentrationslager und Gedenkstätten in Auschwitz gesprochen wird, ist die Gedenkstätte in Brettheim vielen noch weitgehend unbekannt. So war es auch das erste Mal, dass Realschüler der Georg-Elser-Schule Königsbronn diese Gedenkstätte bei Crailsheim in Begleitung von Dorothea Wagner und Otto Hangleiter besuchten und mit Sicherheit einen bleibenden Eindruck erhalten haben über eine Tragödie, die sich dort wenige Tage vor Kriegsende ereignet hat.

Mit Straßensperren und Panzerfäusten sollten vier Hitlerjungen den kleinen Ort gegen die einrückenden Amerikaner verteidigen. Sie wurden von mutigen Männern des Ortes entwaffnet und ihre Waffen in den Dorfteich geworfen. Einer dieser Männer stellte sich und wurde zum Tode verurteilt. Da der Bürgermeister und der NS-Ortsgruppenleiter sich weigerten, das Todesurteil mit zu unterschreiben, wurden sie ebenfalls zum Tode verurteilt. Alle drei erhängte die SS an den Linden am örtlichen Friedhof. Da in den folgenden Tagen aufgrund dieser Exekution kurz vor dem Einrücken der Amerikaner sich niemand mehr getraute, auf dem Kirchturm die weiße Flagge zu hissen, wurde der Ort von amerikanischen Flugzeugen zusammengeschossen: 85 % der Gebäude waren zerstört, es gab 17 Tote.

Als dritte Heimsuchung für die Brettheimer bezeichnete Friedrich Braun in seiner außergewöhnlichen und für die Königsbronner sehr beeindruckenden Führung die Tatsache, dass in den 50-er Jahren alle für diese Tragödie Verantwortlichen von westdeutschen Gerichten mehrfach freigesprochen wurden.

Der Film, welcher in der Gedenkstätte gezeigt wurde, entstand als Projekt einer Schülergruppe der Realschule in der Nachbarstadt Rothenburg.
Die Königsbronner waren sich darüber einig, dass ein Besuch dieser Gedenkstätte als ‚Geschichtsunterricht vor Ort' in Zukunft von der Georg-Elser-Schule mit Sicherheit regelmäßig durchgeführt wird.

Möglich wurde diese Exkursion, aufgrund einer Spende von Marianne Lutz aus Syrgenstein. Im vergangenen Jahr erhielt die Georg Elser Gedenkstätte von Marianne Lutz , Betriebsratsvorsitzende der Margarete Steiff AG und langjähriges IGM-Vorstandsmitglied, ein Geldspende in Höhe von 3.000 € mit dem Ziel, diese Geld u. a. auch für die Jugendarbeit einzusetzen. Daraufhin unterbreitete die Gemeinde den Schulen in der Umgebung das Angebot, Exkursionen zu Gedenkstätten mit zu finanzieren.