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Wildbienen – Pollen und Nektar
Am Beispiel: Gewöhnliche Natternkopf


Wildbienen – Pollen und Nektar
Um es vorwegzunehmen: Unsere heimischen Wildbienen, dazu zählen auch die bei uns beheimateten Hummelarten, sind an unsere heimische Pflanzenwelt angepasst. Dies bedeutet
letztendlich, dass heimische Pflanzenarten meist mehr Wildbienenarten als Lebensgrundlage dienen können als fremdländische. Dennoch können nicht wenige Gartenpflanzen Wildbienen Nektar und manchmal sogar Pollen und Nistmaterial liefern.
Nektar ist wichtige Nahrungsgrundlage für die Wildbienen. Pollen dient als Proviant für die Larven. Nicht wenige Wildbienenarten sind Pollenspezialisten, d.h. sie sind auf die Pollen ganz bestimmter Arten oder Artengruppen, wie z.B. Glockenblumen, angewiesen. Es versteht sich von selbst, dass diesen Wildbienen die Lebensgrundlage fehlt, wenn die entsprechenden Pflanzen-Arten fehlen oder in nicht ausreichender Menge zur Verfügung stehen.
Als erstes Beispiel einer für Wildbienen wichtigen Pflanzenart, die auch auf Königsbronner Gebiet vorkommt, sei der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) genannt. Paul Westrich führt in
seinem Buch „Die Wildbienen Deutschlands“ 38 Wildbienen-Arten an, denen der Natternkopf als Pollenquelle dient. Drei dieser Arten sind ohne Wenn und Aber auf den Gewöhnlichen Natternkopf
angewiesen.

Wildbienen an der Blüte eines Natternkopfes (Pflanze)

Abbildung 1: Natternkopf-Mauerbiene beim Blütenbesuch am Natternkopf.

Der Natternkopf wächst auf nicht zu nährstoffreichen, trockenen bis mäßig frischen Böden. Zu finden ist er u.a. oft an „Störstellen“, d.h. Bereichen mit offenem Boden, der zuvor oberflächlich bewegt worden ist.

Natternkopf - Pflanze

Abbildung 2: Blütenstand des Gewöhnlichen Natternkopfs.

Der durchaus attraktive Gewöhnliche Natternkopf kann auch im eigenen Garten oder auf dem Balkon gehalten werden. Von Mai bis in den späten Sommer hinein kann er blühen. In den ersten ein bis 5 Jahren bildet er nur eine Blattrosette. Nachdem er dann schließlich geblüht hat, stirbt er ab. Man kann von Pflanzen, wenn man zur richtigen Zeit draußen in der Natur unterwegs ist, einige
wenige Samen entnehmen (bitte nur von Pflanzen aus der Gegend und nicht aus Schutzgebieten, immer nur wenige Samen) und diese z.B. in einen Blumentopf mit steinigem bis sandigen,
kalkhaltigen Lehmboden einbringen (keine Blumenerde, kein Humus). Natürlich kann es auch auf einem Erdhaufen mit entsprechendem Boden klappen. Näheres über die Pflanzenart kann man z.B.
unter www.floraweb.de erfahren.

Peter Banzhaf, Dipl.-Biol.
Königsbronn